Kleiner Fuchs

Falter-Beschreibung
Der Kleine Fuchs gehört zu den bekanntesten Tagfaltern. Er ist orange-braun gemustert und hat an allen Flügeln blaue Flecken in der Randzone. Der Grosse Fuchs, seine „Schwesterart“, ist deutlich grösser.

Raupen-Beschreibung
Auffälligstes Merkmal der kräftig gezeichneten Raupen ist die leuchtend gelbe Doppellinie auf dem Rücken. An den Seiten sind ebenfalls gelbe Linien vorhanden.

Lebensraum
Den Kleinen Fuchs finden wir als guter Flieger und Wanderfalter ziemlich überall. Brennnesseln und nektarreiche Pflanzen dürfen im Fortpflanzenungslebensraum aber nicht fehlen. Deshalb besonders wertvoll sind Hochstaudenfluren, Heckenkrautsäume und andere Randstrukturen. Im Garten finden wir ihn vorwiegend an „ungepflegten“ Randstrukturen – auch weil in intensiver genutzten Flächen Brennnesseln aus verständlichen Gründen keinen Platz haben.

Futterpflanzen
Die Raupen leben bis zur letzten Häutung gesellig auf einem Gespinst, das sie auf Brennnesseln – ihrer einzigen Futterpflanze – an sonnigen, trockenen Standorten anfertigen. Selbst kleinste, mit Brennnesseln bewachsene Stellen (ab 0.1 m2) werden angenommen.
Der Kleine Fuchs ist im Gegensatz zum Grossen Fuchs ein eifriger Blütenbesucher. Sein Spektrum ist riesig. Bis zu 55 verschiedene Blütenarten (Wild- und Kulturformen) wurden während eines Sommers gezählt. Besonders beliebt sind Huflattich, Wilde Karde, Kratzdistel, Brombeere und Traubenkirsche.

Jahreszeitliches Auftreten
Der Kleine Fuchs fliegt im Flachland in zwei bis drei Generationen, die sich besonders im Sommer recht stark überschneiden können. Der Kleine Fuchs überwintert als Falter und sucht dazu kühle, frostfreie Quartiere im Siedlungsraum wie beispielsweise in Baum- und Felshöhlen, Schuppen, Dachstöcken, Kellern, unter Vordächern usw. Bereits warme Tage im Februar und März treiben den Falter aus seinem Versteck.

Verbreitung und Gefährdung
Der Kleine Fuchs ist wohl derjenige mit der weitesten Verbreitung in der Schweiz. Er steigt im Sommer ohne weiteres bis auf über 3000 müM und ist manchmal auch auf Gletschern noch anzutreffen.
In dicht besiedelten Gebieten mit intensiver Bewirtschaftung des Bodens und fehlenden Brennnesselbeständen findet der Kleine Fuchs keine geeigneten Lebensräume mehr. Wegen der grossen Wanderfreudigkeit des Falters fällt dies jedoch oft nicht besonders auf.

Schutz- und Fördermassnahmen
Folgende Massnahmen fördern den Kleinen Fuchs:

Spezielles
Sobald in den Alpen an Südhängen erste apere Stellen vorhanden sind, tummeln sich die ersten Kleinen Füchse an warmen Spätwintertagen auf diesen Schnee-freien Flecken, während der Talboden noch tief unter dem Schnee liegt.
Kleine Füchse sind Wanderfalter. Sie unternehmen innerhalb ihres Verbreitungsgebietes kürzere Wanderungen. So fliegen sie beispielsweise im Herbst oftmals aus dem Gebirge in die wärmeren Tieflagen und die nächste Generation im Frühsommer wieder zurück.


© Fotos Thomas Meienberg
/ Thomas Röösli

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