Bläuling
Falter-Beschreibung
Bläulinge sind eine artenreiche Familie von Schmetterlingen. Fast ein Drittel der Schweizer Tagfalter gehört in die Familie der Bläulinge. Bei den eigentlichen Bläulingen sind die Männchen meist blau, die Weibchen meist braun gefärbt.
Das Männchen des Hauhechel-Bläulings ist auf der Oberseite hellviolettblau und weiss gesäumt, auf der Unterseite hellgraubraun mit vollständiger Punktierung und orangen Randmonden. Das Weibchen ist auf der Oberseite dunkelbraun und nicht selten blau übergossen. Die orangen Randflecken sind meist auf allen vier Flügeln vorhanden. Die Unterseite ist graubraun getönt, die orangen Randflecke sind meist auch auf den Vorderflügeln deutlich.
Raupen-Beschreibung
Die Raupe des Hauhechel-Bläulings ist grasgrün gefärbt und hat eine deutliche Schrägzeichnung; es gibt aber auch Raupen mit dünnen, gelblichen Seitenstreifen.
Lebensraum
Von allen Bläulingen hat der Hauhechel-Bläuling bis jetzt dem intensiven Landbau und der Überbauung am besten standgehalten. Aber auch er findet in Fettwiesen und Spielrasen keine Nahrung. In stark kultivierten Gegenden des Flachlands fliegt er deshalb gerne an Eisenbahn- und Strassenböschungen, Wegrändern, in Kiesgruben, auf Kies- und Ruderalflächen oder auf extensiven Blumenwiesen – selbst auf kleinen Flächen. Gelegentlich sind Bläulinge auch mitten in der Stadt in Gemüsegärten, auf Blumenwiesen, an Wegrändern und auf schwach bewachsenen Kiesplätzen anzutreffen.
Erfreulicherweise reagiert der Hauhechel-Bläuling besonders rasch auf das Ansäen neuer, extensiver Blumenwiesen.
Futterpflanzen
Von den vielen echten Bläulingen, die in der Schweiz vorkommen, leben rund zwei Drittel aller Arten auf Schmetterlingsblütlern. Für viele Bläulingsraupen ist der sogenannte Fensterfrass typisch; die Raupe raspelt das Blatt nur oberflächlich ab und lässt die gegenüber liegende Blatthaut stehen. Befressene Blattteile erscheinen lichtdurchlässig wie ein Fenster.
Die Raupe des Hauhechel-Bläulings bevorzugt die Blätter des Hornklees; auch beliebt ist Hopfenklee. Hauhechel wird entgegen der Namensgebung in der Region Luzern nicht als Futterpflanze verwendet. Hauhechel wird nur in Halbtrockenrasen wie etwa an der Rigi gefressen. Die Raupe frisst am Tag und wird meistens von Ameisen begleitet.
Der Falter saugt mit Vorliebe an Leguminosen. Gelegentlich kommen sie auch an Gartenblumen.
Jahreszeitliches Auftreten
Die Raupe überwintert in einem beliebigen Entwicklungsstadium.
Der Hauhechel-Bläuling fliegt in zwei bis drei Generationen von April bis Oktober und steigt bis 1600 müM, vereinzelt bis 2000 müM. Die zweite Generation ist viel Individuen-reicher.
Verbreitung und Gefährdung
Der Hauhechel-Bläuling kommt in der ganzen Schweiz in den unteren und mittleren Höhenlagen vor.
Durch die zum Teil massiven Umwelt- und Lebensraumveränderungen in den letzten Jahrzehnten sind in den tieferen Lagen der Schweiz die meisten Arten stark zurückgedrängt worden oder ganz verschwunden.
Schutz- und Fördermassnahmen
Der Hauhechel-Bläuling lässt sich problemlos in grösseren Naturgärten ansiedeln. Verzicht auf übermässiges Schneiden von Strassen- und Wegrändern, Erhalt und Neuansaat extensiver Blumenwiesen, kleiner Brachflächen und Krautsäume fördern diese Art.
Spezielles
Auf Bergwanderungen fallen oft Dutzende von Bläulingen auf, die am Boden Mineralien aufsaugen und beim Vorbeiwandern wolkenartig auffliegen.