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Häufig gestellte Fragen
Warum öffnet das öko-forum erst um
10 Uhr?
Können Zitronenschalen kompostiert werden?
Stimmt es, dass Leuchtstoffröhren beim Ein-
und Ausschalten mehr Strom verbrauchen, als wenn man sie brennen
lässt?
Im Kompost wimmelt es von Engerlingen was
soll ich tun?
Muss ich beim Waschen einen Wasserenthärter
zugeben (z.B. Calgon)?
Stimmt es, dass die KVA Papier und Erdöl
zukaufen muss, damit der Abfall richtig verbrennt?
Geht ein Bildschirm schneller kaputt, wenn man
ihn dauernd ein- und ausschaltet?
Belasten Reinigungsmittel die Umwelt auch, wenn
sie 100% biologisch abbaubar sind?
Wie entsorge ich meinen alten Computer?
Sind lösungsmittelfreie Farben absolut giftfrei?
Wie werden CDs richtig entsorgt?
Welche chemischen Stoffe sind in Cellophanfolien
enthalten?
Dürfen Couverts im Altpapier entsorgt werden?
Was soll man mit alten Korkzapfen tun?
Wie schädlich ist Streusalz?
Was tun gegen Hornissen?
Warum öffnet das öko-forum erst
um 10 Uhr?
Das öko-forum mit seiner Umweltmediothek befindet sich im Bourbaki
Panorama Luzern, innerhalb der Stadtbibliothek. Da diese am Montagmorgen
geschlossen ist und sonst immer erst um 10 Uhr öffnet, ist
es uns leider nicht möglich, Ratsuchende früher zu empfangen.
Telefonisch sind wir aber schon ab 8 Uhr erreichbar.

Können Zitronenschalen kompostiert
werden?
Ja. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Behandlungsmittel auf
der Schale zwar die Kompostierung der Schalen verlangsamen, im reifen
Kompost aber nicht mehr nachgewiesen werden könne. Auch die
natürlich in der Schale vorkommenden ätherischen Öle
verzögern den Abbau und darum gilt: nicht mehr als 10% des
Gesamtkompostes sollten Zitrusschalen (Orangen, Zitronen usw.) sein.

Stimmt es, dass Leuchtstoffröhren
beim Ein- und Ausschalten mehr Strom verbrauchen, als wenn man sie
brennen lässt?
Das stimmt so nicht! Zwar braucht die Lampe für den Zündfunken
eine hohe momentane Stromleistung, jedoch nur für den Zeitraum
von Zehntels- oder sogar Hundertstelsekunden, was sich somit nicht
auf den Gesamtverbrauch auswirkt. Auch wenn Leuchtstoffröhren
recht wenig Strom benötigen, sollten sie bei längerem
Nichtgebrauch ausgeschaltet werden. Da das Ein- und Ausschalten
den Starter der Leuchte strapaziert, kann man, die Röhre bei
Nichtgebrauch unter 15 Minuten brennen lassen.

Im Kompost wimmelt es von Engerlingen
was soll ich tun?
Ein gesunder Kompost enthält viele Kleinlebewesen, die den
Abbau erst ermöglichen. Eine wichtige Mitarbeiterin im Kompost
ist die Rosenkäferlarve, die sich vom Aussehen her kaum von
einem Maikäferengerling unterscheiden lässt. Rosenkäferlarven
sind jedoch Nützlinge und ernähren sich, im Gegensatz
zum Maikäferengerling, nur von totem Pflanzenmaterial. Falls
Sie auf Ihrem Kompost nicht zusätzlich Kürbisse, Zucchetti
oder ähnliches gepflanzt haben (lebende Wurzeln), können
Sie davon ausgehen, dass die merkwürdig aussehenden Bewohnerinnen
Rosenkäferlarven sind und sie, nach dem Aussieben des Reifkompostes,
wieder in das Kompostgitter oder die neue Miete zurückgeben.

Muss ich beim Waschen einen Wasserenthärter
zugeben (z.B. Calgon)?
Falls sie handelsübliche Vollwaschmittel verwenden und diese
nach der Dosierungstabelle auf der Packung anwenden, muss kein zusätzlicher
Enthärter zugefügt werden. Wenn Sie jedoch in einem Gebiet
wohnen, das sehr hartes Wasser aufweist (Fragen Sie das Wasserwerk),
können sie Waschmittel sparen, wenn sie einen Enthärter
einsetzen und das Waschmittel wie bei weichem Wasser dosieren.

Stimmt es, dass die KVA Papier und Erdöl
zukaufen muss, damit der Abfall richtig verbrennt?
Das ist falsch. In der KVA wird weder Papier noch Erdöl gebraucht,
um den Kehricht verbrennen zu können. Ganz im Gegenteil
durch den hohen Anteil von Kunststoffen im Abfall ist dieser sehr
gut brennbar und entwickelt auch eine so starke Hitze, dass der
Abfall nur sehr langsam in die Öfen geführt werden kann.
Damit sinkt die Kapazität der Anlage deutlich und erhöht
die Kosten. Also, das Gegenteil ist der Fall.

Geht ein Bildschirm schneller kaputt, wenn
man ihn dauernd ein- und ausschaltet?
Kennen Sie einen Bildschirm, bei dem der Einschaltknopf defekt war,
bevor die Bildröhre den Geist aufgab? Wir nicht. Ob Standby
oder Einschaltknopf: Beide Arten belasten die Bildröhre genau
gleich. Zudem werden Geräte meistens durch neuere ausgewechselt,
bevor überhaupt ein Schaden entstehen kann.

Belasten Reinigungsmittel die Umwelt auch,
wenn sie 100% biologisch abbaubar sind?
Ja. Die Angaben über die biologische Abbaubarkeit eines Produktes,
beziehen sich nur auf die Tenside (waschaktive Substanzen) und nicht
auf das ganze Produkt. Und was biologisch abgebaut ist, ist noch
lange nicht verschwunden. Als abgebaut gilt, wenn ein Stoff als
solcher nicht mehr nachgewiesen werden kann. Die daraus entstandenen
Spaltprodukte interessiert die Tester nicht mehr, auch wenn diese
giftiger sein können, als der Ausgangsstoff. Nicht vergessen
werden dürfen die Zusatzstoffe in Reinigungsmitteln, wie Parfüm,
Farbstoffe und Desinfektionsmittel. Diese belasten die Umwelt teilweise
mehr, als die Tenside selber.

Wie entsorge ich meinen alten Computer?
Bringen Sie ihren alten Computer in ein Computerfachgeschäft,
welches der Vereinigung SWICO
angeschlossen ist (Kleber an der Türe beachten oder nachfragen).
Diese haben sich verpflichtet, sämtliche Geräte zurückzunehmen,
da auf allen PCs eine vorgezogene Entsorgungsgebühr schon bezahlt
wurde. Wenn Sie Probleme bei der Rückgabe haben, wenden Sie
sich an das öko-forum.

Sind lösungsmittelfreie Farben absolut
giftfrei?
Nicht grundsätzlich! Auch Farben die weniger als 5% Lösungsmittel
enthalten, dürfen als "lösungsmittelfrei" gekennzeichnet
werden. Verlangen Sie also die genaue Produktesbeschreibung oder
noch besser, das technische Datenblatt. Das öko-forum hilft
Ihnen gerne bei der Interpretation der Angaben.

Wie werden CDs richtig entsorgt?
CD's und DVD's bestehen zu über 90% aus dem hochwertigen Kunststoff
Polykarbonat (PC) in einer teuren und sehr reinen Qualität.
Daneben enthalten sie Aluminium, Lacke, Farbstoffe und Material
von Klebeetiketten. Für die Herstellung von Polykarbonat wird
Erdöl als Rohstoff verwendet.
Die Entsorgung der CD's und DVD's im Haushaltsabfall ist nicht
verboten. Allerdings geht in der Kehrichtverbrennungsanlage der
wertvolle Kunststoff Polykarbonat verloren, der problemlos recycliert
und wiederverwendet werden kann. In der Schweiz fallen pro Jahr
immerhin zwischen 2'500 bis 3'000 Tonnen ausgediente CD's und DVD's
an. Recycling-Polykarbonat ist billiger und deshalb auf dem Markt
gefragt. Ausserdem wird durch das Recycling viel Erdöl eingespart,
welches für die Produktion von neuem Polykarbonat als Rohstoff
dient. Recycling von CD's und DVD's ist also aus ökologischer
und ökonomischer Sicht sehr sinnvoll, und es gibt genügend
Abgabestellen im ganzen Land.
Ausgediente CD's und DVD's sowie elektrische und elektronische
Geräte können kostenlos dem Recycling übergeben werden.
Eine Liste mit rund 400 Abgabestellen erhalten Sie auf der Homepage
des Branchenverbandes SWICO.
Ausserdem nehmen viele Verkaufsstellen für Büro- und Unterhaltungselektronik
ausgediente CD's und DVD's kostenlos entgegen und führen sie
dem Recycling zu, obwohl sie dazu nicht verpflichtet wären.
Beim Recycling von Datenträgern sind Sie selber für den
Datenschutz und die Lizenzrechte verantwortlich. Zerkratzen Sie
deshalb CD's und DVD's, die heikle Daten oder kostenpflichtige Computerprogramme
enthalten, bevor Sie diese abgeben.
Gemäss Verordnung über die Rückgabe, die Rücknahme
und die Entsorgung elektrischer und elektronischer Geräte (VREG)
sind alle Konsumenten verpflichtet, die Geräte dem Recycling
zuzuführen. Die Entsorgung via Haushaltsabfall ist verboten.
In der Schweiz gibt es dazu ein flächendeckendes und dichtes
Netz von Abgabestellen, welche die alten Geräte kostenlos entgegennehmen.
Ausserdem sind auch die Verkaufsstellen verpflichtet, sämtliche
Geräte der Art (unabhängig von der Marke), die sie in
ihrem Sortiment führen, kostenlos entgegenzunehmen. Das gilt
auch dann, wenn Sie das Gerät nicht in dieser Firma gekauft
haben und wenn Sie kein neues Gerät kaufen. Die Entsorgung
wird mit der vorgezogenen Recyclinggebühr (vRG) bezahlt, die
beim Kauf eines neuen Gerätes im Preis inbegriffen ist. Für
Geräte der Büro-, Unterhaltungselektronik-, Grafik-, Foto-
und Kommunikationsbranche ist der Verband SWICO zuständig (www.swico.ch).
Die Entsorgungskanäle für alle anderen elektrischen und
elektronischen Geräte wie Spiel-, Haushalts-, Bau-, Garten-
und Hobbygeräte sowie Sparlampen und Leuchtstoffröhren
(ab August 2005) werden von der Stiftung
Entsorgung Schweiz S.EN.S koordiniert. In den vergangenen Jahren
wurden laufend neue Gerätekategorien in die Bestimmungen der
VREG aufgenommen. Möglicherweise wird in Zukunft auch das CD-
und DVD-Recycling obligatorisch.

Welche chemischen Stoffe sind in Cellophan-Folien
enthalten?
Zellglas wurde 1908 vom Schweizer Jacques Edwin Brandenberger erfunden
und unter dem Markennamen "Cellophan" bekannt. Es handelt
sich um eine dünne und transparente Folie aus Viskose mit dem
typischen Knistereffekt. Bis in die 50er-Jahre war Zellglas praktisch
die einzige Verpackungsfolie. Auch heute noch werden viele Lebensmittel,
aber auch Blumen, Zigaretten und Papierwaren in Cellophan verpackt.
Zellglas ist undurchlässig für Flüssigkeiten, lässt
jedoch Wasserdampf entweichen. Damit verhindert eine Cellophanverpackung,
dass sich Kondenswasser bildet. Um die Reissfestigkeit zu erhöhen
wird die Folie oft noch mit anderen Kunststoffen beschichtet.
Besonders beschichtete Folien, wie sie zum Beispiel für Blumenverpackungen
verwendet werden, können durch ihre vielen Zusatzstoffe problematisch
werden. Darum wurde in der Schweiz 1995 eine Verordnung über
Zellglasfolien erlassen. In dieser wird klar festgehalten, welche
chemischen Stoffe in Cellophanfolien verwendet werden dürfen.
Zugelassene Stoffe sind unter anderem: Feuchthaltemittel (z.B. Glykole),
diverse Säuren und deren Salze (z.B. Essigsäure), Aluminiumoxid,
Sulfate, Formaldehyd, Epichlorhydridharze, Styrol, Vinylchlorid
sowie diverse Weichmacher. Viele dieser Stoffe sind flüchtig
und deshalb geben Zellglasfolien diese meist stark riechenden Substanzen
noch über einen längeren Zeitraum an die Umgebungsluft
ab. Die Konzentrationen sind jedoch meist gering, so dass keine
gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu erwarten sind, solange
die Grenzwerte für Zusatzstoffe eingehalten werden.
Für die Herstellung von Zellglas wird der Holzbestandteil
Zellulose in Natronlauge und Schwefelkohlenstoff aufgelöst.
Dabei entsteht reine, transparente Zellulose, die mit Glyzerin vermischt
wird. Die Herstellungskosten von Zellglas sind sehr hoch und der
grosse Einsatz von Chemikalien, Wasser und Energie belastet die
Umwelt erheblich. Daher ist aus ökologischer Sicht wenn möglich
auf die Verwendung von Cellophan als Verpackungsmaterial zu verzichten.
Lassen Sie deshalb Ihre Blumensträusse vorzugsweise in Blumenpapier
einpacken.

Dürfen Couverts im Altpapier entsorgt
werden?
Die Papiersammlungen werden in jeder Gemeinde eigenständig
organisiert und durchgeführt. In der Stadt Luzern wird Altpapier
regelmässig alle vier Wochen abgeholt. Zum Altpapier zählen:
Zeitungen, Zeitschriften, Prospekte, Broschüren, Kataloge,
Bücher (ohne Schutzfolie!), Telefonbücher, Schreib- und
Kopierpapier, Computerausdrucke. Ausdrücklich nicht in die
Altpapiersammlung gehören: beschichtetes oder verschmutztes
Papier, Papier- und Plastiktragtaschen. Ob Couverts im Altpapier
oder im Karton mitgegeben werden dürfen, hängt ganz vom
Abnehmer und vom weiteren Verwendungszweck der Sammelware ab.
In der Stadt Luzern gehören Briefcouverts im Gegensatz zu vielen
anderen Gemeinden - in den Kehricht, weil die Abnehmer von Altpapier
und Karton die Couverts ausschliessen.
Das Problem bei den Couverts sind nicht etwa, wie vielfach angenommen,
nur die Sichtfenster, sondern auch der Leim der selbst zuklebenden
Couverts, welcher sich beim Recyclingprozess in Klumpen verwandelt
und die Papier- und Kartonherstellung stark beeinträchtigen
kann. Es empfiehlt sich deshalb, sich genau an die Entsorgungshinweise
der jeweiligen Gemeinde zu halten.
Das öko-forum, die Umweltberatungsstelle für Stadt und
Kanton Luzern, rät deshalb, einen Reklame-Stopp-Kleber an den
Briefkasten anzubringen, um unnötige Massenwerbung - in Couverts
verpackt oder lose zu vermeiden. Diese Kleber können im öko-forum
gratis bezogen werden.

Was soll man mit alten Korkzapfen tun?
Korkzapfen können zum Basteln mit Kindern oder zwecks Kork-Recycling
gesammelt werden. Beides macht Sinn. Ersteres regt die Fantasie
an. Zweiteres ist ökologisch sinnvoll.
Denn Kork lässt ein fast 100%-iges Recycling zu. Sollte ein
Stück Kork den Weg ins Recycling einmal nicht finden, ist das
nicht weiter schlimm, denn Kork ist im Kompost vollständig
biologisch abbaubar.
Kork wird aus der Rinde der Korkeiche (Quercus suber) gewonnen.
Dies ist die einzige von ca. 600 Eichenarten, die wirtschaftlich
verwendet werden kann. Aussergewöhnlich für diesen Baum
sind die beachtliche Stärke und die Regenerationsfähigkeit
der Rinde. In der Weinproduktion und -lagerung verkorkter Weinflaschen
wird die Fähigkeit des Korks zum Gasaustausch über sehr
feine Poren sehr geschätzt.
Korkeichen werden in einigen Mittelmeerländern angepflanzt.
Die Bäume brauchen von der Pflanzung bis zur ersten Ernte 25
Jahre und danach jedes Mal 10 Jahre bis neue, für Zapfen brauchbare
Korkrinde nachgewachsen ist. Dies wird, zumindest im Hauptanbauland
Portugal, durch Gesetze geregelt und dementsprechend kontrolliert.
Nur ca. 10% der gesamten Rohkorkproduktion werden zur Herstellung
von Flaschenkorken verwendet. Die Reste werden gemahlen und anschliessend
verklebt (Agglomeratkork) und finden v.a. in der Baustoffindustrie
als Dämmstoff und Fussbodenbelag, aber auch in zahllosen anderen
Bereichen Verwendung.
Naturbewusste Leute wählen den korkverzapften Wein, weil sie
damit zum Schutz der Korkeichenwälder in Portugal und anderen
Mittelmeerländern beitragen. Wenn nämlich die Nachfrage
nach Kork sinkt, werden die Korkeichen, durch schnellwüchsige
Eukalyptus- oder Pinienplantagen ersetzt, die den Boden auslaugen
und ihm viel Wasser entziehen - und damit die Erosion begünstigen.
Dann verschwinden auch viele Tiere, die im Lebensraum Korkeichenwald
leben, zum Beispiel der Iberische Königsadler oder der Iberische
Luchs, die seltenste Grosskatze überhaupt. Ausserdem überwintern
viele Vögel wie Kraniche und kleine Singvögel bevorzugt
in Korkeichenwäldern.
Neben ökologischen Gründen sind auch sozioökonomische
wichtig: Die Korkgewinnung gewährleistet Zehntausenden von
Menschen Arbeit und Einkommen. Ausserdem werden natürliche
Korken für alle lagerfähigen Weine immer notwendig bleiben
und nicht ersetzbar sein. Deshalb lohnt es sich unbedingt, Korkzapfen
zu sammeln, um daraus wieder Korkzapfen oder andere Korkprodukte
herzustellen. Viele fortschrittliche Hotels, Restaurants, Weinhandlungen
und Gemeindeverwaltungen der Schweiz haben ein Kork-Sammelstellennetz
aufgebaut. Die Sammelstellen in Ihrem Kanton finden Sie bequem im
Internet unter http://www.korken.ch/kork_sammelstellen.htm
oder fragen Sie im öko-forum, der Umweltberatungsstelle für
Stadt und Kanton Luzern nach.

Wie schädlich ist Streusalz?
Ein verstärktes Umweltbewusstsein und Schäden an Vegetation,
Fahrzeugen und Bauwerken führen in der Öffentlichkeit
immer wieder zu Diskussionen. Umfragen haben ergeben, dass der weitgehende
Verzicht auf Salz durch die öffentliche Meinung getragen wird.
Es gilt ja nach wie vor: Im Verkehr hat man sich den Verhältnissen
anzupassen. Sowohl Kanton Luzern, Dienststelle Umwelt und Energie,
als auch Umweltschutz Stadt Luzern empfehlen daher, auf Schwarzräumung
möglichst zu verzichten. Die Gemeinden haben auf ihrem Gebiet
die notwendigen Massnahmen zum Schutze der Gewässer und Abwasseranlagen
zu treffen. Wie diese Massnahmen aussehen, liegt in der Autonomie
der Gemeinde.
Als Streusalz wird vorwiegend Natriumchlorid verwendet. Etwa 40
Prozent der ausgebrachten Salzmengen werden mit dem Schmelzwasser
in die Strassenrandböden verfrachtet, wo eine Erhöhung
der Salzkonzentration im Boden mit entsprechenden negativen Folgeerscheinungen
stattfindet: Es kommt zur Auswaschung von Nährstoffen, zur
Bodenverdichtung und zu einer Erhöhung des pH-Werts.
Strassenbäume können zwar Natrium und Chlorid in begrenzter
Menge aufnehmen, ohne Schadsymptome zu zeigen. Eine höhere
Salzzufuhr aber führt zu einer Schwächung oder Schädigung
der Bäume, wobei die einzelnen Baumarten sehr unterschiedlich
reagieren. Zusammen mit anderen Stressfaktoren (z.B. Bodenverdichtung,
Hundeurin, Anfahrschäden) machen die Folgen des Streusalzeinsatzes
die Bäume zudem anfälliger für Krankheiten und Schädlinge.
Durch Strassenabschwemmung bzw. über die Kanalisation gelangt
das Salz in die Kläranlagen. Dort kann das Salz weder abgebaut
noch abgetrennt werden. Es gelangt daher vollumfänglich in
die Gewässer. Ein Teil des auf die Fahrbahn ausgebrachten Streusalzes
wird mit dem von der Strasse abfliessenden Schmelzwasser über
die Abflusssysteme der Strasse in die Oberflächengewässer
befördert; wo es verdünnt wird. Wegen seiner hohen Löslichkeit
gelangt ein Teil des Streusalzes über die Böden in das
Grundwasser. In der Nähe von Autobahnen sind Erhöhungen
des Salzanteils im Trinkwasser von 20 auf 300 mg/l während
einer Streuperiode festgestellt worden. Bei Chloridwerten über
200mg/l können für die landwirtschaftliche Nutzung und
die Trinkwasserversorgung Probleme auftreten.
Die Salzbelastung der Böden, der Oberflächengewässer
und des Grundwassers ist aufgrund der örtlich und zeitlich
beschränkten Anwendung von Taumitteln im allgemeinen als eher
gering zu bewerten. Jedoch können lokal Boden, Gewässer
und Pflanzen im Strassenrandbereich doch erheblich beeinträchtigt
werden. Um die Schäden so gering als möglich zu halten
und den Streusalzverbrauch zu senken, empfiehlt es sich, Streusalz
massvoll und nur dort einzusetzen, wo es wirklich nötig ist.
Manchmal hilft auch das Abwarten, bis die wärmenden Sonnenstrahlen
Schnee und Eis zum Schmelzen bringen.

Was tun gegen Hornissen?
Die Hornisse (Vespa crabro) ist eine der seltensten und unaufdringlichen
Wespenarten der Schweiz. Es gibt nur zwei Wespenarten, die in grösserer
Anzahl auftreten können: die Gemeine oder Gewöhnliche
Wespe (Paravespula vulgaris) und die Deutsche Wespe (Paravespula
germanica). Die Hornisse fällt zwar durch ihre Grösse
von bis zu 3.5 cm etwas aus dem Rahmen, ist aber in der Lebensweise
ihren Verwandten sehr ähnlich.
Jedes Hornissennest wird von einer einzigen Königin gegründet.
Ende April verlassen die Königinnen ihre Winterquartiere, in
denen sie die Minusgrade dank des körpereigenen Frostschutzmittels
Glycerol überstanden haben. Für die Nestgründung
suchen sie nach geeigneten Orten in Baumhöhlen, manchmal aber
auch in unseren Dachböden, Gartenhäuschen oder Vogelkästen.
Einen Monat ist die Königin mit Nestbau, Eierlegen und Larvenfüttern
beschäftigt, bis Ende Mai die ersten Töchter schlüpfen.
Diese Arbeiterinnen sind etwas kleiner als ihre Mutter und unfruchtbar.
Die Arbeiterinnen nehmen der Königin alle Aufgaben ausser dem
Eierlegen ab und erweitern das Nest. Das Nest der Hornissen können
etwa doppelt so gross wie ein Fussball werden und bis zu 600 Tiere
umfassen.
Im Sommer herscht Hochbetrieb im Hornissennest. Wenn wir die Hornissen
nicht belästigen, lassen sie auch uns in Ruhe. Im Hochsommer
legt die Königin abwechselnd befruchtete und unbefruchtete
Eier. Aus den befruchteten Eiern schlüpfen neue Königinnen,
aus den unbefruchteten die männlichen Drohnen. Während
die jungen Königinnen nach der Begattung einen geschützten
Platz zum Überwintern suchen und die Drohnen sterben, beendet
die alte Königin ihr einjähriges Leben, und mit ihr geht
der Hornissenstaat zugrunde. Hornissen verschwinden bereits Mitte
September von der Bildfläche. Hornissennester werden nie zweimal
benutzt. Will man einen neuerlichen Nestbau im folgenden Frühling
vermeiden, so ist der Winter die Zeit, allfällige Schlupflöcher
zu verschliessen.
Hornissen werden Sie beim Kaffeetrinken auf der Terrasse nicht
belästigen. Nur die Gemeine und Deutsche Wespe suchen zeitweise
menschliche Nahrungsmittel auf. Arbeiterinnen benötigen als
Treibstoff für ihre Flugmuskeln den Zuckersaft aus Blüten,
Baumsäften, Honigtau von Blattläusen und süssen Früchten.
Die eierlegende Königin und die Larven brauchen hingegen eiweissreichere
Kost aus erbeuteten Fliegen und anderen Insekten. Hier zeigt sich,
welch wichtige Rolle die Hornissen im Naturhaushalt und auch bei
der Schädlingsbekämpfung spielen. Rund um die Uhr gehen
Hornissen auf die Jagd, und ein einziges Volk erbeutet dabei täglich
bis zu einem Pfund Insekten aller Grössenklassen.
Es gibt viele Beispiele, wo Hornissen in unmittelbarer menschlicher
Nähe, zum Beispiel bei Schuleingängen, ohne den geringsten
Zwischenfall genistet haben. Im Umkreis von vier Metern um das Nest
sollte man allerdings hektische Bewegungen vermeiden. Hornissen
sind friedliebende Tiere. Solange wir sie nicht belästigen,
werden sie uns nichts tun. Und selbst wenn man einmal gestochen
wird: Halb so schlimm. Hornissen haben ihren Stachel in erster Linie
zur Insektenjagd. Der Stachel wird mehrfach eingesetzt, und er reisst
beim Stechen, im Gegensatz zu Honigbienen, nicht ab. Zudem geht
die Hornisse sparsamer mit Gift um. Sowohl Bienen- als auch Wespen-
und Hornissengifte sind für die meisten Menschen harmlos. Man
hat berechnet, dass über 1000 Hornissenstiche nötig wären,
um einen nicht allergischen Menschen ernsthaft in Gefahr zu bringen.
Trotzdem sollte jeder Stich mit handelsüblichen Präparaten
behandelt werden, um eine Schwellung und Infektion zu lindern. Gefährlich
werden kann das Gift nur in zwei Fällen. Allergiker sollten
nach einem Stich sofort einen Arzt aufsuchen und im Sommer ihr Gegenmittel
stets bei sich tragen oder sich desensibilisieren lassen. Ebenfalls
zum Arzt gehen sollte man nach einem Stich in den Mund- oder Rachenraum.
Letzterem kann vorgebeugt werden, indem man bei Wespen- oder Hornissenflug
im Freien nur mit einem dünnen Strohhalm trinkt.
Ein Zusammenleben mit Hornissen ist gut möglich. Wer sich
bei wirklich problematischer Lage des Nestes doch dazu entschliesst,
dieses zu entfernen, hat zwei Möglichkeiten. Man kann eine
Fachperson (zum Beispiel einen Imker) beauftragen, das Nest mit
seinen Bewohnerinnen sorgfältig zu entfernen und an einem geeigneten
Ort wieder anzusiedeln. Man kann aber auch die örtliche Feuerwehr
oder eine Schädlingsbekämpfungsfirma bestellen, um das
Nest zu zerstören und die Insekten mit einem Insektizid zu
töten. Dies ist allerdings sehr kostspielig und nicht ganz
ungefährlich. Denn die Giftstoffe haben oft eine lang andauernde
Wirkung und sind nicht nur für Insekten toxisch, sondern auch
für Haustiere, Fledermäuse und Singvögel. Auch für
den Menschen sind gesundheitliche Schäden nicht auszuschliessen.
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Sie dem Webmaster.
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